Es
ist hinlänglich bekannt, dass Online-Gamer zumeist
in einem Universum zu leben scheinen, das viele von
uns so nicht nachvollziehen können. Nicht nur dass
Spiele-Freaks stunden- und nächtelang vor dem PC
sitzen können und scheinbar mit wachsender Begeisterung
die Tastaturknöpfe wie wild drücken; sie haben
sich auch ihre eigenen Events in Form von LAN-Partys
geschaffen.
Während die ältere Generation noch gerne
mit möglichst echter Bundeswehr Bekleidung provozieren wollte, findet man hier allerdings
erstaunlich viele "Normalos" (wenigstens vom
Outfit). Der eingefleischte Gamer interessiert sich
weniger für sein Aussehen, als mehr um die Spielemöglichkeiten.
Darum: Geschenkartikel und Produkte, die einzelne Clans
bewerben, gibt es in Deutschland noch eher selten. Den
Status von Messeständen größerer Spieleentwickler
haben die einzelnen Clans noch nicht erreicht. Werbung
für spezielle Spielergruppen oder auch Werbeartikel
wie T-Shirts, Schlüsselbänder oder Mauspads
mit den Clanlogos findet man daher kaum.
Dies hängt damit zusammen, dass der E-Sport in
Deutschland generell noch nicht so verbreitet ist, wie
in anderen Ländern. In Südkorea zum Beispiel
wird hauptsächlich das Strategiespiel Starcraft
gespielt und regelmäßig Wettkämpfe und
Turniere hierzu abgehalten. Dabei sind die Ligen so
professionell geworden, dass auch immer mehr Sponsoren
ohne Computer- oder Technikhintergrund in diese Wettbewerbe
treten.
Große Markennamen wie NIKE, PEPSI, ADIDAS, BURGER
KING oder PIZZA HUT drängen hier in die Welt des
E-Sports. Entsprechend groß ist das Angebot an
Produkten der Firmen, die als Werbegeschenke und Merchandiseartikeln
hier vertrieben werden. Beispielsweise liefern Getränkehersteller
die Versorgung der Gamer mit Flüssigkeit während
der oft stundenlangen Kämpfe, Textil- und Sportbekleidungshersteller
versorgen die Clan - Mitglieder mit entsprechender Kleidung.
Da spezielle Sportartikel oder sonstige Spezialausrüstung
im Bereich der Bekleidung nicht benötigt wird,
beschränken sich diese Firmen daher auf großformatige
Logos auf T-Shirts und Sweatshirts.
Fast-Food-Ketten begnügen sich auch eher mit Logoaufdrucken
auf Bekleidung oder der Hardware, obwohl diese meist
durch die Logos der Hardware - Hersteller belegt sind.
Mobile Einheiten der Schnellimbisse werden allerdings
auch eingesetzt, doch eher selten.
Die Hersteller der benutzten Hardware sind allerdings
für Werbeartikel noch interessanter sowohl für
Zuschauer als auch für die Teilnehmer. Hier sind
Firmen wie FANATEC, RAPTOR GAMING oder RAZER vertreten.
Die speziellen Bedürfnisse von Spielern werden
durch extra hierfür hergestellte Hardware und Peripheriegeräte
erfüllt. Highendmäuse mit hoher Abtastrate,
Gaming-Mauspads mit spezieller Oberfläche für
höhere Genauigkeit, Tastaturen mit vielen Extra-Tasten
für programmierbare Makros und Headstes mit integriertem
Dolby Surround Sound sind nur einige Beispiele der hier
zur Verfügung gestellten Geräte.
Aber nicht nur die Clans selbst werden durch die verschiedenen
Firmen gesponsert. Auch die Veranstaltungen haben oft
potente Unternehmen im Hintergrund, die das Abhalten
des Turniers finanzieren. Falls
Firmen Interesse daran haben, ihre Merchandise - Kampagnen
auf den wachsenden E-Sport-Bereich auszuweiten, so können
sich diese an die Verbände wenden. In Deutschland
ist dies der Deutsche eSport Verband (DeSpV), in Österreich
wird der eSport Verband Österreich (esvö)
anzusprechen sein.
Clans die so gar keine Connections zu Sponsoren oder Firmen
haben und trotzdem ihre Zugehörigkeit zu einem Clan
signalisieren wollen, begnügen sich dann oft mit
kleineren Metallabzeichen als Pin,
den sie auffällig unauffällig an den Kragen
stecken. Power ist im Spiel gefragt und nicht im Outfit
der Gruppe.